Bitte keine weißen Löwen

Verärgert und betrübt ist Ulrich Gorris, Sprecher der Weseler Grünen über die aktuelle Plakatwerbung des Zirkus Probst. Der Zirkus wirbt mit einer besonderen Attraktion: Mit der europaweit größten Gruppe weißer Löwen. Tierschützer kritisieren, dass die Zucht weißer Löwen ausschließlich die Sensationslust befriedigt. Die durch Inzucht produzierten Tiere werden dabei einem völlig unnötigen Krankheits- und Leidensrisiko ausgesetzt. Damit verstoßen die Zirkusse gegen den ersten Artikel des Tierschutzgesetzes: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.”

Die Grünen bedauert, dass es in Deutschland noch kein gesetzliches Verbot von Wildtieren in Zirkussen, wie in 18 anderen europäischen Ländern gibt. Auch die Stadt Wesel hat im vergangenen Jahr einem Antrag der Grünen, Zirkussen mit Wildtieren keine Flächen zu vermieten, nicht zugestimmt.

Weil ein Bundesgesetz fehlt, kann die Stadt ein Verbot nicht durchsetzen. Gorris fordert, dass die Stadt keine Sondergenehmigungen für Plakatwerbung von Zirkussen mit Wildtieren erteilt. Das zuständige Kreisveterinäramt sollte auf dem höchstmöglichen Tierschutzstandart bestehen und dessen Einhaltung täglich unangekündigt kontrollieren.
Entscheidend aber sind wir Alle. Wem Tierwohl am Herzen liegt, der zahlt nicht dafür, sich krank gezüchtete Mutationen im Zirkus anzusehen.

Hintergrund zu weißen Löwen

Weiße Löwen sind zwar auch in freier Wildbahn schon vorgekommen, doch ist die Wahrscheinlichkeit dafür extrem gering. In manchen Tierparks oder Zirkussen wird diese dagegen durch bewusste Verpaarung von Individuen, die die jeweiligen Gene in sich tragen, vorangetrieben, leider meist durch Inzucht. Denn dadurch wird die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass der Nachwuchs ebenfalls die Weißfärbung trägt. Inzucht sowie die Hybridisierung bewirken jedoch auch andere Genmutationen, die oftmals tödliche Auswirkungen haben und Deformierungen verursachen können.

Die Tatsache, dass der Zirkus Probst mit der größten Gruppe weißer Löwen in Europa wirbt, deutet darauf hin, dass es sich nicht um zufällige Mutationen handelt.

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